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Langes Kletterwochenende in Imst Tirol (14.08.-17.08.2009)
 
Die Vorbereitung für den Norwegentrip war eigentlich schon abgeschlossen und die Hütte auf dem Campingplatz reserviert.
Wir freuten uns schon auf Setesdal, doch wetterbedingt mussten wir dann eine Woche vor Anreise umdisponieren.
Wir waren zwar ein wenig betrübt über den Verlust von Fjorden und frischem Fisch zum abendlichen Grillen, doch die Tiroler Alpen entschädigten uns mit Kaiserwetter und Riesenpizza.
 
13.08. / 14.08.09
Die Anreise verlief nach anfänglichen Schwierigkeiten bei der Koordination der Gepäckverteilung dann aber doch nahezu reibungslos.
Einziges Manko war die durch die Dachbox begrenzte Reisegeschwindigkeit von 160km/h.
Nach einigen Fahrerwechseln und Tankstopps waren wir dann aber am nächsten Morgen endlich am Ziel.
Der Campingplatz lag günstige 5 min. zu Fuß vom nächsten Burgerlokal und einer Pizzeria entfernt.
 
Nach dem Aufbau der Zelte, merkten wir dann auch endlich, was wir alles vergessen hatten.
Es empfiehlt sich z.B., zum Campingurlaub klappbare Sitzgelegenheiten, Flickzeug für Luftmatratzen und Schlafsäcke mitzunehmen.
 
 
Naja, wir waren ja zum Klettern dort, also waren Sitzgelegenheiten und Schlafsäcke erstmal nebensächlich und es ging zum Einklettern gleich an die erste Wand.
 
Nach erfolgreicher Gewöhnung an den Fels, wurde es Zeit sich den wichtigen Dingen zu widmen. Bier und Grillgut.
 
 
15.08.09
Am nächsten Morgen wurde dann nach dem Frühstück das nächste Ziel angepeilt.Eine Mehrseillängenroute Namens der Gallier.
Laut unseren Topos sollte der Zustieg vom Parkplatz gute 2 Std. dauern. Dies war unser erstes zusammentreffen mit österreichischer Zeiteinschätzung.
 
 
Als wir nach 3 Std., 20kg Kletterutensil + 3kg Wasser pro Nase und 1000 Höhenmetern noch immer nicht in Sichtweite unserer angepeilten Destination waren, entschieden wir uns zur Umkehr.
 
16.08.09
Den darauffolgenden Tag wollten wir mit weniger horizontaler und mehr vertikaler Fortbewegung füllen und entschieden uns für einen Spot der laut Topo und einheimischen mit dem Skilift und einer "guaten halbn Stund" Fußmarsch zu erreichen sein sollte.
Unsere 2te Kollision mit dem österreichischen Zeitempfinden.Also bestiegen wir den Muttekopf.
 
 
Mit dem Lift soweit es ging den Berg hinauf und von dort die gute halbe Std. über den Gipfelgrat zur Muttekopfhütte um sich vor der bevorstehenden Mehrseillänge etwas zu stärken.
 
Nach einer Std. Kletterei, mussten wir dann auch wieder aufbrechen, um den letzten Lift ins Tal noch zu erwischen.
 
Diesmal jedoch, hielten wir uns an die Empfehlung Ortsfremder und wählten für unseren Rückweg den Klettersteig statt dem Gipfelkamm und erreichten in Turnschuhen und Rekordzeit den Lift.
 
Dort angekommen konnten wir grad noch den Liftwart beim Einsteigen in eine Gondel beobachten. Der Lift war geschlossen.
 
Also machten wir uns über Kuhkoppeln, rote bzw. schwarze Skipisten und matschige Kuhfladen an den 1500 Hm Abstieg auf unbefestigten Wegen.
 
Immerhin borgten uns unsere holländischen Campingnachbarn am Abend mitleidsvoll und unaufgefordert ein paar
Campingstühle. Darin sitzend schmeckte das Gösser gleich 2x so gut.
Für den restlichen Tag hatten wir genug von den Tipps der Einheimischen, und suchten uns einen Klettergarten etwas Ausserhalb.
Sage und schreibe 20min. Zustieg und strahlender Sonnenschein bescherten uns einen wunderschön ausklingenden Klettertag.
 
 
Diesen Abend schmerzten nicht nur unsere Beine und Füße, sondern auch die Arme und Finger, ein herrliches Gefühl!
 
Nach solch einem gelungenen Tag  gönnten wir uns dann einen Besuch in der nahegelegenen Pizzeria. Zur Wahl standen Familienpizza, große Pizza und kleine Pizza.
Wir entschlossen uns jeder für eine große Pizza. Doch schon wieder bahnten sich Rückschläge an. Leider wären nur noch kleine Pizzen vorbereitet, teilte uns die Bedienung mit. Aber auch in Bezug auf Portionierungen haben die Österreicher scheinbar ein anderes Sinnverständnis.
Die kleinen Pizzen hatten einen Durchmesser von gut 30-35cm.
Mit vollem Magen gingen wir dann zufrieden zu Bett.
 
17.08.09
 
Den letzten Tag begonnen wir mit einem deftigen Frühstück bei der vermutlich nettesten Bäckereifachverkäuferin in ganz Tirol.
Todesmutig erlegte sie sogar die aufdringliche Wespe beim Frühstück auf der Sonnenterasse.
 
 
Nach ausgiebigem Frühstück stiegen wir nun in unsere erste und letzte "echte" Mehrseillängenroute für dieses Wochenende ein. Nachdem das erste Schlottern in schwindelerregenden Höhen nachließ, stellte sich dann langsam stolz und auch ein bisschen Wehmut beim Gedanken an die Heimfahrt am Abend ein.
 
Auch wenn der Ablauf ein wenig chaotisch erscheinen mag, war das Wochenende so wie es war doch ein voller Erfolg und hätte ohne die erwähnten Unpässlichkeiten eine Menge an Charme eingebüßt.
Wir freuen uns jedenfalls schon auf die Tour 2010!
 
 
Søren, Schippe, Sopherl, Ernstl, Chippi und Julian
 
Mehr Bilder ...
 
zum Online-Album
 
 
Wanderwoche in der Sächsischen Schweiz
vom 31.08. bis 07.09.2009
 
Teilnehmerinnen und Teilnehmer: Heike Christiansen, Gerd Engelke, Jutta und Peter Erichsen, Helga Grube, Herbert Hanno, Anka Riese, Elisabeth Rohde, Anne Schlemeier, Günter Schlotfeldt, Hildegard und Rainer Vollbehr
 
Elisabeth Rohde
Montag, 31.08.2009
 
06:09 Uhr -- Abreise in Flensburg mit der Bahn. Nach kurzem Aufenthalt in Hamburg Weiterfahrt mit dem IC Richtung Budapest über Dresden und pünktlicher Ankunft um 14:36 Uhr in Bad Schandau. Hier erwarteten uns Jutta und Peter Erichsen.
 
In der Touristinformation am Bahnhof Bad Schandau bekommen wir reichlich Karten und Informationsmaterial über die Region. Wir
erhalten eine kompetente Beratung über Nahverkehrsmittel wie S-Bahn, Busse, Fähren und können so eine für sieben Tage gültige, preiswerte Verbundkarte erwerben. So erreichen wir mit dem Bus ab Bad Schandau bequem unser Standquartier, die Rehnmühle in Schöna, dem letzten deutschen Ort vor der Tschechischen Republik. Die ehemalige Mühle gehört der Sektion Bergsteigen der Universität Rostock. Wir befinden uns hier im Zentrum der Felskletterregion in der Sächsischen und nahen Böhmischen Schweiz.
 
Die angekündigte sommerliche Wetterlage empfängt uns in Sachsen mit hochsommerlichen Temperaturen. Nach Inbesitznahme der Hütte und genüsslicher Kaffeepause im Hüttengarten erkunden wir das Bergdorf. Einzige Einkaufsmöglichkeit ist ein Bäcker, der neben gutem
sächsischem Backwerk auch Obst und Lebensmittel des täglichen Bedarfs führt.
 
Die beiden Hausberge "Kaiserkrone" (314 m ü. d. M.) und "Zirkelstein" (352 m ü. d. M.) bieten ein erstes "Höhentraining" zur Eingewöhnung und einen wunderschönen Rundumblick auf nähere und weitere Umgebung. Wir genießen die Abendsonne und ein laues Lüftchen. So beschließen wir den Abend im Garten der Gaststätte "Zirkelstein" bei guter, preiswerter Küche.
 
 
Heike Christiansen
Dienstag, 01.09.2009
 
09:00 Uhr -- gut gefrühstückt starten wir den ersten Tag. Es geht abwärts durch den Hirschgrund bei strahlend blauem Himmel und Sonne pur, entlang eines kleinen Baches bis an die Elbe. Dort wandern wir weiter zum nächsten Fähranleger. Die Fähre bringt uns über die Elbe, die an dieser Stelle ca. 120 m breit ist, und wir steigen im Ort Schmilka aus. Hier verläuft bereits die Grenze zu Tschechien. Der Nachbarort von Schmilka ist Hrensko. Wir bummeln durch Schmilka und freuen uns an den alten Häusern, einer uralten Wassermühle und dem eigenartigen Umgebindehaus. Der Ort ist schnell durchwandert, und es geht immer steiler bergauf durch Wald, weiter auf dem Elbleitenweg. Nachdem wir viele, viele Stufen erklommen haben, gelangen wir zum ersten Höhepunkt: dem Aussichtspunkt "Breite Kluft". Von hier aus hat man einen fantastischen Blick bis hinunter auf die Elbe, die sich unten durchs Tal windet.
 
Aber schon müssen wir weiter, leider, über Stock und Stein, senkrechte Leitern, horizontale Leitern und immer wieder Treppen. Mein
Gott, warum tu ich mir das an. Es war ganz schön anstrengend. Aber dann kommt wieder ein Highlight: der Aussichtspunkt "Schrammsteine". Mit den Schrammsteinen erlebt man das Herzstück der Sächsischen Schweiz. Auf der Schrammsteinaussicht haben wir die ungehemmte Übersicht über die wahrlich pittoresken Felsen, manchmal kirchturmhoch, einfach grandios. Es geht weiter, den Jägersteig abwärts, über viele, viele Stufen steil hinunter und ab ins Café. Diese Erholungspause haben wir uns echt verdient. Der Weitermarsch geht über den Ort Postelwitz nach Bad Schandau, von dort mit der Fähre über die Elbe nach Krippen und schließlich mit dem Bus nach Hause. Dort treffen wir gegen 17:30 Uhr ein. Fazit: Es war eine wunderschöne Wanderung.
 
Hildegard Vollbehr
Mittwoch, 02.09.2009
Nach einem reichhaltigen "Selbstversorgerfrühstück" mit frischen Brötchen beginnt unsere Wanderung an diesem Tag um 08:00 Uhr. Unsere
Ziele sind heute die Festung Königstein und das Wahrzeichen des Nationalparks, der Lilienstein. Zunächst führt unser Weg bergab durch
den Hirschgrund zur Elbe. An der Eisenbahnbrücke entdecken wir die Aufschrift: "Höchststand der Elbe 31.3.1845/16.08.2002 (Pegel Schöna 12,04 m)". Wir versuchen, uns vorzustellen, wie breit die Elbe damals war und wie reißend das Wasser hier vorbeigeflossen ist. Mit der Bahn fahren wir entlang der Elbe bis Königstein. Nun wandern wir ca. 40 Minuten lang auf einem schattigen Waldweg hinauf zur Festung Königstein. Ca. 260 Höhenmeter haben wir zu bewältigen, und wir kommen gehörig ins Schwitzen.
 
Über eine Wippbrücke, die auch heute noch in Sekundenschnelle nach oben geklappt werden kann, gelangen wir auf die Festung. 1 1/2 Stunden Zeit bekommen wir für die Besichtigung dieser 9,5 ha großen Festungsanlage. Jeder kann auf eigene Faust und nach Interesse Schwerpunkte setzen. Zunächst bietet sich ein Rundgang an. Immer wieder haben wir einen wunderbaren Blick auf die Elbe, die sich in vielen Kurven an der Festung vorbeischlängelt.
 
Im Zeughaus wird die Geschichte des sächsischen Zeugwesens erklärt. Es ist ein Aufbewahrungsort von Waffen und Kriegsausrüstung. Im Fasskeller in der Magdalenenburg wird von der Baugeschichte und von den drei Riesenweinfässern berichtet. Hier stand von 1725 bis 1818 das 238.000 Liter fassende Riesenweinfass Augusts des Starken. Auch das Brunnenhaus ist sehr interessant. Hier erleben wir eine Schauvorführung und sehen in den 152,5 m tiefen Brunnen hinein. Eine gesicherte Wasserversorgung war eine wichtige Voraussetzung für die Festung.
 
Nach einer Stärkung wandern wir wieder hinab zur Elbe. Eine Fähre bringt uns ans andere Ufer. Den Lilienstein hatten wir schon aus der Ferne gesehen. Auch hier liegen wieder 260 Höhenmeter vor uns, zum Glück wieder im Schatten eines Waldes. Überhaupt hat die Sächsische Schweiz sehr viel Wald. In der Nähe des Gipfels sehen wir zu unserer Freude einige Kletterer, die wir beobachten und fotografieren. Immer wieder blicken wir in wildromantische Schluchten und auf bizarre Felsgebilde. Vom Gipfel aus haben wir atemberaubende Fernsichten. In der Nähe des Gipfels befindet sich zu unserer Freude ein Café. Wir
genießen Getränke, Kaffee und einen leckeren Kirschkuchen. Beim Abstieg findet Elisabeth einige Parasolpilze.
 
Ein Abendessen im Panoramahotel Wolfsberg mit wunderbarer Aussicht rundet diesen Tag ab. Der Vollmond leuchtet uns heim.
 
 
Peter Erichsen
Donnerstag, 03.09.2009
 
Heute frühstücken wir bereits ab 07:20 Uhr. Hildegard und Rainer kehren auf dem Weg von ihrem Quartier zu unserer Hütte jeweils beim Bäcker ein und bringen jeden Morgen frische Brötchen mit. Es ist nicht immer ganz einfach, alle Sonderwünsche hierbei zu erfüllen. Um 08:20 Uhr verlassen wir planmäßig unser Haus.
 
Durch den Hirschgrund geht es hinunter zur Elbe. Unsere Bahn Richtung Dresden kommt pünktlich um 09:01 Uhr. Wir genießen es, dass wir mit unseren Wochenkarten in die verschiedenen Verkehrsmittel einfach einsteigen können, ohne uns jedes Mal um die Fahrausweise kümmern zu müssen. An der Station Kurort Rathen kommt plötzlich Hektik auf. Alle aus unserer Gruppe steigen aus. Anka war eingefallen, dass unsere Wochenkarte nur für den Bereich von Schöna bis Rathen gilt. Heute müssen wir uns also doch um die Tickets kümmern. Am Bahnsteig steht ein Fahrkartenautomat, mit dem die Verständigung aber leider nicht auf
Anhieb klappt. Hier findet dann der Selbsterfahrungskurs "Mein Kampf mit dem Fahrscheinautomaten" mit einer ausreichenden Zahl von Teilnehmern statt. Der Kurs wird erfolgreich abgeschlossen mit dem Auswurf von drei Karten, jeweils für vier (= zwölf, so viele Mitfahrer sind wir). Erleichtert steigen wir fröhlich in den nächsten Zug. Die Fröhlichkeit schlägt um in großes Erstaunen, als uns der Fahrkartenkontrolleur darüber aufklärt, dass ein Fahrschein nicht für vier Personen, sondern für vier Fahrzonen gültig ist. Da am Automaten auch schon die Karten für die Rückfahrt gelöst wurden, reichen die "gelösten Fahrzonen" für die Fahrt nach Dresden aus. Zur Vermeidung von Missverständnissen werden die Fahrkarten für die Rückfahrt ab Dresden vorsichtshalber sofort nach unserer Ankunft dort am Fahrkartenschalter gelöst.
 
Wir haben "Frei" bis zur Rückfahrt am Nachmittag. Unser erstes Ziel ist die Frauenkirche. Der ursprüngliche Bau entstand in den Jahren 1726 - 1742. Er stürzte nach verheerenden Fliegerangriffen auf Dresden am 15. Februar 1945 ein. Nach der Wiedervereinigung ermöglichten Spendengelder den originalgetreuen Wiederaufbau in den Jahren 1994 - 2005. Dabei wurden in den Trümmern ge­fundene Steine mit Computerhilfe an ihre originale Stelle gesetzt. Ihr Anteil am Gesamtbauwerk ist aber recht gering. Es ist überwältigend, was hier geschaffen wurde. Jutta und mir erscheint der Altarraum für eine protestantische Kirche etwas zu "schwülstig". Das Untergeschoss mit seiner ansprechenden Schlichtheit gefällt uns sehr gut. Um 12:00 Uhr beginnt eine musikalische Andacht mit Orgelspiel. Das lassen wir uns nicht entgehen. Die Orgel mit ihren Pfeifen über dem Altarbild hat einen wundervollen Klang. Bis zur "Kirchenführung von der Kanzel" können wir leider nicht bleiben, weil wir für die Besichtigung des "Historischen Grünen Gewölbes" im Erdgeschoss des Westflügels des Residenzschlosses nur ein Zeitfenster von 13:00 - 13:15 Uhr für den Eingang haben. Auch Teile dieses Gebäudes und der Kunstschätze wurden im Zweiten Weltkrieg teilweise zerstört. Zum 800-jährigen Stadtjubiläum Dresdens wurde dieses Museum erst 2006 nach umfangreichen Restaurierungen und Teilrekonstruktionen wieder eröffnet. Wegen der großen Nachfrage waren unsere Eintrittskarten
lange im Voraus gekauft worden. Denn nur etwa 120 Personen pro Stunde dürfen eingelassen werden. In diesen Räumen realisierte August der Starke 1723 - 1730 "seine Vision vom barocken Gesamtkunstwerk als Ausdruck von Reichtum und absolutistischer Macht". Die Präsentation der überbordenden Fülle von über 3.000 erstaunlichen Ausstellungsobjekten in prächtigen Räumen und deren Restaurierung sind beeindruckend.
 
Nach so reichlicher Nahrung für den Kopf verlangt auch der Körper nach einer Stärkung. Die Gruppe, die wieder zusammengefunden hat,
marschiert dafür in ein ansprechendes Café am Neumarkt, der in neuer alter Pracht wieder entstanden ist, nachdem hier über 40 Jahre lang nur Brachland mit Wiese und Parkplätzen war. In der Gruppe ist man sich einig, dass wir bei unserem Kurzbesuch in Dresden bei Weitem nicht all das besuchen können, was sehenswert ist. Aber es gibt zumindest noch ein "Muss" für Touristen. Das ist der "schönste Milchladen der Welt". Er befindet sich in der Bautzner Straße 79 in der Äußeren Neustadt. Da eine Filiale davon in der Altstadtpassage unsere Erwartungen nicht erfüllt, beschließen wir, tapfer zu sein, machen uns auf den Weg und gehen auf der Augustusbrücke über die Elbe. Von hier aus hat man einen guten Blick auf die Brühlsche Terrasse und die wunderschöne Silhouette der Altstadt. Und dann beginnt der nicht enden wollende Weg (so gefühlt) auf der Suche nach dem Milchladen, die dann auch vom Erfolg gekrönt wird. Der Laden hat seinen Titel "schönster ... der Welt" verdient. Der Laden wurde 1892 überreich mit Keramik von Villeroy und Boch und einer Vielzahl von Spiegeln ausgekleidet. Auch hier scheue ich mich nicht, das Wort "beeindruckend" zu verwenden. Leider darf man im Inneren nicht fotografieren. Ich begnüge mich daher mit einem Becher Buttermilch. Auf dem Rückweg zum Bahnhof kommen wir in der Altstadt noch an der Semperoper und an der Hofkirche vorbei. Dann gehen wir durch die Anlagen des Zwingers. Im Vorübergehen lauschen wir dabei einem Trompeter, der hier meisterhaft Opernmelodien spielt. Herbert selbst Trompeter und ich sind uns einig: "Das muss ein begnadeter
Profi sein!" Für mich ist sein Spiel eines der Highlights des Tages.
 
Mit diesen letzten Eindrücken ist unser Besichtigungsprogramm abgearbeitet. Ehrlich, der Rückweg bis zum Bahnhof kam mir gefühlt
gar nicht so lang vor. Mit Bahn und Bus geht es diesmal problemlos wieder zurück nach Schöna. Den Bus verlassen wir wegen der
fortgeschrittenen Zeit diesmal erst beim Gasthaus Zirkelstein zum Abendessen. In der Hütte gibt es heute keine Gesangsprobe. Einige
unserer Frauen "spielen Spiele"; ich sitze mit einigen Männern bei "natürlich ernsthaftem" Gespräch zusammen.
 
Helga Grube
Freitag, 04.09.2009
Anne hat heute Geburtstag. Wir singen ihr ein Geburtstagslied, ihr Tisch ist mit Blumen und Geschenken dekoriert, und die Sonne scheint
den ganzen Tag.
 
Wie fast jeden Morgen, gehen wir zunächst den Hirschgrund mit 12 % Gefälle zur Elbe hinunter. Von dort geht es mit der S-Bahn bis Rathen. Hier geht es nun 194 Höhenmeter bergauf zur Bastei, einer bekannten Felsformation des Elbsandsteingebirges. Kurz bevor wir über die 1851 erbaute 80 Meter lange Brücke aus Elbsandstein gehen, kommen wir am Eingang der Felsenburg Neurathen vorbei. Von dieser im Jahre 1469 zerstörten Burg ist fast nichts mehr zu sehen, so dass wir auf eine Besichtigung verzichten. Die Ausblicke von der Bastei auf die Elbe, die umliegenden Gebirgszüge und weit hinaus ins Umland bei besten Sichtverhältnissen lösen bei allen Begeisterung aus. Wir können Bergsteiger beobachten, die, mit riesiger Bohrmaschine und Handwerkszeug ausgestattet, eine neue Abseilöse auf einer Bergspitze
anbringen. Sie sind zwar in Augenhöhe mit uns, mussten ihren freistehenden Felsen aber mit Kletterausrüstung erklimmen. Ein wohl
eher seltener Anblick.
 
Beim Abstieg durch die Schwedenlöcher fühlt man sich in einer anderen Welt. In dieser grünen Schlucht mit über 700 Stufen überwinden wir auf relativ kurzer Strecke eine Höhendifferenz von 170 Metern. Der Name kommt von Höhlungen im Fels, in denen sich die Bevölkerung während des Dreißigjährigen Krieges versteckt hat. Am Amselfall machen wir eine kurze Rast. Hier stürzt der Grünbach eine circa 10 Meter hohe Gesteinsstufe herab. Dem Grünbachlauf folgend, kommen wir an dem 600 Meter langen Amselsee vorbei. Er entstand, als 1934 der Grünbach gestaut wurde. Hier führt ein Abstecher zur Felsenbühne, einem Freilufttheater, das täglich wechselndes Programm bietet. Leider sind wir zur falschen Uhrzeit hier, und so marschieren wir zurück nach Rathen. Beim Einkauf in einem kleinen Supermarkt bestaunen wir Bilder von der großen Überschwemmungskatastrophe 2002. Unglaublich.
 
Jetzt geht es mit der Fähre über die Elbe und dort auf den 304 Meter hohen Rauenstein. Ganz oben befindet sich sogar eine Gastwirtschaft. Hier verspeisen fast alle ein Riesentortenstück Eierschecke für 1,90 €. Und dazu noch der grandiose Ausblick! Für Begeisterung sorgt danach noch der wunderschöne Weg zurück zur Elbe. Ein wunderbarer Tag war es für uns, den wir abends mit dem Spiel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" ausklingen lassen.
 
Anne beendet ihren Geburtstag mit einem Alptraum, der alle gerade Eingeschlafenen hochschrecken lässt. Sie findet aber schnell wieder
ins reale Leben zurück, und alle müssen lachen.
 
Anka Riese
Samstag, 05.09.2009
 
Die heutige Wanderung ging durch den Nationalpark "Böhmische Schweiz". Mit starkem Regen fing der Tag an. Daher wurde nach dem Frühstück zunächst der Geist mit dem Kartenrätsel "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod" trainiert. Gegen 09:30 Uhr gingen wir dann bei leichtem Regen auf dem Weg zwischen Kaiserkrone und Zirkelstein zur Endstation der Fähre Schöna und setzten von dort aus nach Tschechien in den Ort Hrensko über. Es ist der am tiefsten gelegene Ort Böhmens: 115 m über dem Meeresspiegel. Am Ortsausgang beginnt ein Rundweg über das Prebischtor und durch die Edmundsklamm.
 
Am Anfang ging es etwa 3 km der Straße entlang. Wir überholen viele andere Wanderer mit Kind und Rucksack auf dem Rücken. Danach ging es links in den Wald, gleich steil bergan. An den vielen Menschen sah man gleich, dass das Prebischtor ein beliebtes Ausflugsziel ist (schon seit der Romantik). Das Pre­bischtor ist mit seiner hellen Weite von 26 m die längste natürliche Sandsteinbrücke Europas. Der waagerecht geschichtete Felsen spannt sich in 16 m Höhe zwischen zwei Sandsteinriffen. Die Brücke darf wegen Einsturzgefahr nicht mehr
betreten werden, doch man hat auf dem Weg dorthin die beste Sicht auf das besondere Naturbauwerk.
 
Von dort gingen wir den bequemen Gabrielensteig. An der Südseite haushoch aufragende Wände bis in den Ort Mežni Louka, und von dort
führte uns eine Ahornallee nach Mezná. Hier bekamen wir in einer kleinen Gastwirtschaft mit handbemalten Decken und Wänden die beste Schokolade aller Zeiten. Mit der Zunge leckten wir noch die letzten dickflüssigen Reste aus dem Becher.
 
Von dort aus erreichten wir auf einem steilen, kurvenreichen Abstieg die Edmundsklamm. Das Rauschen der Kamenice (Kamniz) hatten wir schon längst gehört. Ein wunderbarer Weg geht durch die Klamm, moosüberzogene, pilzbewachsene Baumstümpfe, grünbepelzte,
prismenartige Steine, Grotten, Farne, an den Felsen schwefelgelbe Algen, die nach faulen Eiern rochen. Unterbrochen wurde der Wanderweg.
Jetzt ging es 20 Minuten lang im Boot weiter. Der Bootsmann nannte uns Namen der vielen Felsen, und als Gag ließ er noch "Niagarafälle" aus den Felsen herab. Nochmals zu Fuß an der Kamnitz führte ein bequemer Weg zurück nach Hrensko.
 
In einem tschechischen Gasthaus ließen wir uns das preiswerte Mittagsmahl mit Ente, Hirsch, als Nachspeise riesigem Eis oder
Palatschinken munden. Der Verdauungsmarsch nach oben in unser Quartier tat uns gut.
 
Gerd Engelke
Sonntag, 06.09.2009
Der letzte Wandertag unserer Wan­derwoche in der Sächsischen Schweiz ist angebrochen. Heute stehen als Ziel die Affensteine auf unserem Wanderprogramm. Als kundigen Führer hat Elisabeth für diesen Tag Wolfram Wiedemann, Hüttenreferent der Uni Rostock, gewinnen können.
 
Um 09:20 Uhr beginnt die Tour an der Hüttenunterkunft Rehnmühle. Durch den Hirschgrund bergab erreichen wir nach zwanzig Minuten die Elbe. Mit der Elbfähre überqueren wir den Strom von der Anlegestelle Hirschgrund zu dem Ort Schmilka. Von hier wandern wir bei stetigem
Anstieg auf dem gut ausgebauten und markierten Wurzelweg durch schattige Wälder. Am Laub der Bäume kann man schon den nahen Herbst erahnen. Unser Weg führt uns zur Starken Stiege. Dieser ca. zwanzig Meter hohe Klettersteig wurde von einigen Bergfreunden der Sektion mit gemischten Gefühlen angegangen. Doch letztendlich haben alle, auch dank der Unterstützung von Wolfram, dieses Hindernis gut überwunden und sind sehr stolz auf die erste Kletterpartie ihres Lebens. Weiter gehen wir teils über Leitern und Eisentreppen mit Ab- und Aufstiegen und auf wunderschönen Gradwegen mit herrlichen Aussichten zu den Schrammsteinen. Nach einem weiteren Abstieg über eine steile, nicht endend wollende Eisentreppe erreichen wir die Wilde Wiese. Hier machen wir eine erste längere Rast.
 
Etwas ausgeruht und frisch gestärkt setzen wir den Weg in Richtung Affensteine fort. An der Wegegabelung zur Wilde Hölle trennt sich
unsere Gruppe. Ein Teil nimmt den normalen Weg über Sandlochweg, Zurücksteig und Wurzelweg nach Schmilka. Der größere Teil der Gruppe geht weiter zur Häntschelstiege, ein wunderbarer, gut ausgebauter Klettersteig, der teils durch schmale und dunkle Felsspalten führt. Der Einstieg nötigt dem Einen oder Anderen schon seinen Respekt ab. Ein einmaliges Erlebnis mit einer wunderbaren Aussicht auf die umliegenden Felsformationen des Elbsandsteingebirges bietet der Ausstieg. Weiter über Heilige Stiege und Wurzelweg erreichen wir gegen 16:00 Uhr den Ortseingang von Schmilka, wo beide Gruppen an der verabredeten Stelle bei Kaffee und Kuchen zusammen treffen. Bei dieser Rast entsteht der Gedanke, zum Abendessen die zweieinhalb Kilometer in die Tschechische Republik in den Ort Hrensko zu wandern, um schon wie am Vorabend in dem "Restaurace Ceska hospoda" die sehr guten reichhaltigen und preiswerten Menüs noch einmal zu genießen.
 
Nach ausgiebigem Essen treten wir gegen 20.30 Uhr den Heimweg an. Mit der Elbfähre Hrensko-Schöna setzen wir zur deutschen Seite über, wo wir nach 35 Minuten An- und Ab­stieg unsere Unterkunft im letzten Abendrot erreichen.
 
Ein weiterer gelungener Tag geht bei einem geselligen Hüttenabend in gemeinsamer Runde ohne feste Hüttenzeiten zu Ende.
 
 
Elisabeth Rohde
Montag, 07.09.2009
Da unser Zug erst am frühen Nachmittag Bad Schandau verließ, hatten wir genügend Zeit, ohne Hast zu packen und die Hütte zu reinigen, was zur vollen Zufriedenheit des Hüttenwartes, Wolfram Wiedemann aus Dresden, ausfiel. Mit Spaziergängen durchs Dorf nahmen die Sportfreunde Abschied von der interessanten Region. Auf dem Reiseplan standen sowohl ein Besuch in der wiedererstandenen Kunststadt Dresden, der Touristenmagneten wie der Festung Königstein und der Felsenburg in der Basteiregion, vor allem aber z. T. schweißtreibende Wanderungen durch unterschiedliche Felsregionen mit herrlichem Blick auf die Länder verbindende Elbe und das Umland mit dem dominierenden Rosenberg im nahen Tschechien.
 
Gegen 23:00 Uhr erreichen wir pünktlich und alle glücklich unsere Heimatstadt. Welches mag das nächste Reiseziel sein?
 
 
 
Genusswandern auf Mallorca vom 25.02. bis 04.03.2009
 
Kaum war die Vorankündigung raus, hatte ich schon 18 Anmeldungen für diese besondere Wanderwoche. Da ich bereits Ende Juni 2008 – am ersten möglichen Tag für Buchungen aus dem Winterkatalog – gebucht hatte,
konnte ich das günstigste Kontingent für uns ergattern. Nun kam die lange Zeit des Wartens. Doch auch diese ging vorüber, und die heiße Orga-Phase begann. Leider mussten zwei Anmeldungen aus gesundheitlichen
Gründen storniert werden, so dass wir letztlich mit 16 Personen die Reise antreten konnten: Gerd Andresen, Heike Christiansen, Jutta und Peter Erichsen, Karl-Heinz und Silvia Jürgensen, Ina und Wolfram Kühnelt, Christel Mayer, Elisabeth Rohde, Anne Schlemeier, Günter Schlotfeldt, Hilke Tröger, Edeltraud und Walter Weichert und ich.
 
Vier Teilnehmer waren bereits vorab nach Hamburg gereist, die anderen zwölf trafen sich frühmorgens am Bahnhof, um zunächst mit dem Zug bis Neumünster und von dort mit dem Flughafenbus „Kielius“ nach
Fuhlsbüttel zu fahren. Transfer und Check-In klappten problemlos, nun hieß es Warten auf den Ab­flug, der sich leider etwas verzögerte, was unserer Vorfreude jedoch keinen Abbruch tat. Der Flug über Deutschland
war „normal“, der Flug über die Alpen aber „monumental-gigantisch“: strahlend blauer Himmel, grandiose Fernsicht, schnee­bedeckte Berge! Wir waren alle total begeistert und drückten an den viel zu kleinen Fenstern
die Nasen platt. Und bald kam das Mittelmeer in Sichtweite und sodann unser Reiseziel Mallorca. Auch hier verlief alles reibungslos: Koffer kamen alle an, Transfer nach Port de Sóller, Zimmerbelegung im Hotel
„Suliar Palace“. Den Rest des Tages verbrachten wir mit „Einschnuppern“ des alten Fischerdorfs, Kaffee trinken, üppigem Büfett zum Abendessen und Absackern an der Bar. Wie sich die weiteren Tage gestalteten, berichten nun einige Freiwillige, die ganz leicht zum Schreiben zu überreden waren.
 
 
Donnerstag, 26.02.2009: Deià - Sóller
 
Der erste von sechs Wander- und Er­leb­nistagen in der Region Port Sóller im Nord-Westen Mallorcas steht unter dem Zeichen des Sammelns erster Informationen und Eindrücke, des Einlaufens und Einlebens in die
Gemeinschaft unserer 16 Wanderteilnehmer. Die erste Nachtruhe, Eroberung des Frühstücksbuffets und die persönlichen Tagestourvorbereitungen sind geschafft, als wir uns gestiefelt und bestockt um 09:00 Uhr vor unserem Hotel Suliar Palace treffen, um zu­nächst von der TUI/Neckermann-Reiseleitung über Notwendiges und Wissenswertes informiert zu werden. Endlich – gegen 11 Uhr – folgen wir gern und willig Günters forschem Schritt unter strahlend wärmender Frühlingssonne zur ersten Tour, die uns laut Du Mont „durch Orangenplantagen und Olivenhaine von Port Sóller nach Sóller“ führt. Wir verlasen die Hafenbucht Richtung Süden und kommen an unseren Wegweiser „GR 221 Deià-Muleta“. Der alte teilweise gepflasterte Karrenweg führt uns bergauf mit herrlichen, fotogenen Blicken auf die Bucht. Geschlossene Gatter, die den Finca-Besitz markieren, lassen sich öffnen und schließen! Schilder begrüßen uns als Gäste (visitors free). Wir tauchen
auf unserem Weg in die frühlingshafte Pflanzenwelt Mallorcas ein: Orangenplantagen im Tal, uralte Olivenbäume – jeder ein uriges Einzelkunstwerk – darunter der kräftige, grüne Sauerklee mit dem satten, gelben Blütenmeer; immer wieder Euphorbien (Wolfsmilchgewächse) in allen Abwandlungen (über 200 Arten bis hin zu den kakteenartigen Sukkulenten), Büsche von Rosmarin in hellblauer Blütenpracht, rot blühende Aloes, dickfleischige Agaven, fast verblühte gelbbraune Mimosen- und Mandelbäume, zart gefleckte Blättchen vom hiesigen weißen Alpenveilchen, der geheimnisvoll anmutende Krummstab und dazwischen sehr dekorativ die dicken Büschel mit schwingendem Dissgras. Unser Weg rundet das Tal und wir erreichen die Finca Ca S’Hereu zur Trinkpause mit frisch gepresstem Orangensaft oder aus eigenem Proviant.
 
Nachdem wir oberhalb der Finca uns irr­tümlicherweise zunächst für die Kurz­strecke nach Sóller ent­scheiden, folgen wir schließlich dem Schild Deià/Muleta „up and down“ – so die Auskunft eines Moun­tainbikers. Den
abzweigenden Weg „Refu­gi de Mule­ta“ ignorieren wir und erreichen die schmale asphaltierte Straße mit einem Blick auf den Ort Lluc Alcari am Küstenhang. Diese Neben­straße mündet in die Hauptverbindungsstraße
zwischen Deià und Sóller. Wir halten uns links, erreichen nach etwa 200 m ein Restaurant, überqueren den Hof und gelangen durch eine Pforte auf einen Abstiegspfad ins Tal nach Sóller. Doch zunächst gönnen wir uns am
sonnigen Hang eine warme, erholsame, stärkende Mittagsrast. Kunstvolle Mauern, Wanderzeichen und Steinmännchen sowie eine üppige Vegetation begleiten unseren Abstieg. In Sóller runden ein Besuch der
Kathedrale, des Bahn­hofes mit Miro-Exponaten und schließlich der als berühmt empfohlenen Eisdiele „Fet a Sól­ler“ das gemeinsame, gelungene Tagesunternehmen ab. Mit Bimmelbahn oder Taxi erreichen wir alle den
Heimathafen „Port Sól­ler“, der am Abend noch mit ei­nem perfekten Sonnenuntergang aufwartet. Wunderbar!
 
 
 
 
Freitag, 27.02.2009: Mirador Xim Quesada
 
Nach einem reichhaltigen Frühstück und in bester Laune fuhren 16 Wanderer nach Sóller. Nach Verweilen bei der fantastischen Kathedrale Sant Bartomeu machten wir uns auf den Weg. Von Biniaraix geht es laut Wanderführer sieben bis acht Stunden auf den 956 m hohen Mirador Xim Quesada. Der ehemalige Weg der Römer ist gut erhalten und führt über zahlreiche Serpentinen vorbei an gewaltigen Steinen und Schluchten und viel Grün. Wir fanden eine gute Rastmöglichkeit bei klarem Bergwasser. 300 m vor dem Gipfel befindet sich ein Plateau mit herrlichem Blick auf Port de Sóller mit Leuchtturm und viel, viel Wasser. Rosi und ich legten eine Pause ein. Beim Abstieg nahmen unsere Wanderer uns wieder auf. Nun ging es in etwa 100 Minuten zügig abwärts. Einige Wanderer gingen gleich weiter nach Sóller. Wir haben einen Abstecher nach Fornalutx gemacht, ein mehrfach preisgekröntes 500-Seelen-Dorf umgeben mit Zitrusfrüchten, gepflegten Gässchen und enorm vielen Treppen. Höhepunkt ist die Rosenkapelle aus der Rokokozeit um 1680. Mit dem Taxi ging es zurück nach Port de Sóller.
Es war wieder ein wirklich gelungener Tag.
 
Mirador de Ses Barques – Sa Calobra
 
„Traumpfade“ nennt sich diese gebuchte Wanderung, angeblich eine der schönsten auf der Insel: mittelschwer – 14 km – jeweils 250 m Auf- und Abstieg. Um 09:00 Uhr Start mit dem Bus zum Mirador de Ses Barques mit
herrlichem Weitblick auf Port Sóller und das Meer. Von dort wandern wir auf einem steinigen, alten Wirtschaftsweg durch die weitläufige, terrassierte Oli­venhainlandschaft der drei Baltix-Fincas. Nach ca.
einer Stunde führt dann ein Kopfstein gepflasterter, von blühendem Rosmarin umgebener Eselspfad bergab zur dritten Finca. Hier erwartet uns frisch gepresster Orangensaft, aber auch eine interessante Führung durch die alte Olivenölmühle. Olivenöl war in der Vergangenheit das Gold der Finca-Besitzer. Ein zwei Kilometer Schweiß treibender Aufstieg führt uns über den Coll de Binamar zu dem eigentlichen Traumpfad im oberen Bereich entlang der Steilküste; einst Schmugglerpfad für Tabak aus Afrika. Der Verdienst einer Nacht entsprach dem Lohn eines Arbeiters von zwei Wochen. Ein fantastischer Ausblick über Küste und Meer faszinieren uns.
 
Samstag, 28.02.2009:
 
Wir erfahren viel über Flora und Fauna, Land und Leute von unserem sympathischen Wanderführer David. Wir entdecken Baumheide, Meerzwiebeln, mallorquinisches Johanniskraut, Mönchs- und Schmutzgeier, Bergkühe, ja sogar Delphine. Auf einem Felsvorsprung hoch über dem Meer ragt ein weiterer von fünf Wachttürmen entlang unseres Weges. Von diesen wurde die Inselbevölkerung bis Anfang des 19. Jahrhunderts von sich nähernden und angreifenden Piraten gewarnt.
 
Um ca. 13:00 Uhr treffen wir in Cala Tuent ein, wo für uns bereits der Tisch gedeckt ist. Wir stärken uns mit einer zünftigen, mallorquinischen Mahlzeit: deftige Gemüsesuppe, Brot und Aoli, danach gedünsteter
Katzenhai, Gemüserisotto und Mandelkuchen mit Sahne als Nachspeise. Wir schlendern noch durch die kleine Bucht. Dann bringt uns der Bus an den Kiesstrand der Cala de sa Calobra mit der dahinter liegenden
grandiosen Schlucht. Dieser folgen wir ein Stück talaufwärts, bis Felsbrocken und Wasserflächen uns den Weg versperren und wir wieder umkehren müssen. Wir können dieses Naturwunder mit seinen über uns hängenden bizarr geformten Felswänden nur still bestau­nen. Auf einer ebenso bestaunenswerten und atemberaubenden Serpentinenstraße schrauben wir uns von Meeresspiegelniveau auf 800 Meter Höhe zum Coll de Cals Reis hinauf und erreichen kurz nach 18:00 Uhr wieder sicher unseren Heimathafen Porto de Sóller.
 
Sonntag, 01.03.2009: Palma de Mallorca
 
Der Wetterbericht versprach uns kein Wanderwetter, und so beschlossen
wir, nach Palma zu fahren. Um 08:30 Uhr brachten uns Taxen zum Bahnhof
nach Sóller. Um 09:10 Uhr ging der „rote Blitz“ ab, eine Schmalspurbahn,
die bis Palma durch zwölf Tunnel zuckelt. Es gab aber trotzdem schöne
Ausblicke auf Landschaft und blühende Mandelbäume. In Palma stiegen wir
in einen Sightseeingbus und machten erst einmal eine große
Stadtrundfahrt mit Erklä­rung. Die ersten Mitfahrer vom DAV stiegen aus
beim Castillo de Bellver, einem Wehrschloss aus dem 13. Jahrhundert. Von
dort hat man eine schöne Aussicht auf die Stadt. Da wir schon mal in
Palma waren, hatten wir uns nichts Besonderes vorgenommen. Wir verließen
an der Kathedrale den Bus und schlen­derten durch die Straßen. Am 01.03.
feiern die Balearen ihren Balearen­tag (Autonomiestatut seit 1983). Es
war viel los in der Stadt: folkloristische Musik und Tanz, zahlreiche
Stände mit Kunsthandwerk und Spezialitäten. Wir konnten schauen und
kaufen. Nach einer kleinen Stärkung besuchten wir den Plaza Mayor, den
früheren Marktplatz von Palma, kamen am Rathaus vorbei, einem Barockbau
vom Anfang des 17. Jahrhunderts, und landeten an der Kathe­drale gerade
zum Ende der Messe. Die Besucher kamen raus und wir gingen rein und
konnten uns zwischen zwei Messen etwas umsehen und die schönen
Glasfenster von Gaudi bestaunen. Wir machten eine Mittagsrast auf einem
kleinen, belebten Platz in der Sonne. Zurück schlenderten wir über die
alte Stadtmauer, am arabischen Viertel vorbei sowie durch Alt- und
Neubau­gebiete zur Plaza España mit dem Reiterstandbild James I. des
Eroberers. Hier war­teten wir auf den Bus, der uns in einer guten halben
Stunde zurück nach Port Sóller brachte.
 
 
Montag, 02.03.2009: Valldemossa
 
Bei verhangenem Himmel bringt uns der Bus von Porto Sóller über die Bergstadt Sóller und entlang der abwechslungsreichen Steilküste mit dem Künstlerdorf Dejà in Mallorcas berühmten Ort Valldemossa. Vor der
Kultur steht die Bezwingung der ortsumgebenden wildromantischen Berge auf dem Reitweg aus dem 19. Jh. des Toscanischen Erzherzogs Luis Salvator von Habsburg-Lothringen und Bourbon (1847 – 1915), dem Cami
Arxiduc. Der Wegverlauf ist anfangs etwas verwirrend, wird aber eindeutig im Bereich der Steilanstiege, bis wir eine weitgehend baumlose Hochebene erreichen, auf der sich einzelne braune Ziegen mit ihrem Nachwuchs tummeln. Wir haben einen herrlichen Blick auf Land und Meer mit der zerklüfteten Felsenküste. Der Abstieg nach Valldemossa ist sanfter, folglich knieschonender. Die französische Schriftstellerin George Sand verhalf mit ihrem Buch „Ein Winter auf Mallorca“ der Insel und speziell dem Bergdorf Valldemossa zur Berühmtheit. Sie beschreibt ihren Aufenthalt mit dem Komponisten und Pianisten Frèdéric Chopin im kalten verregneten Winter 1838/39. Chopin litt an Schwindsucht (Tuberkulose) und hoffte auf mildes, heilsames Klima. Aus Angst vor
Ansteckung wollte sie niemand beherbergen. 1835 waren alle Klöster Spaniens säkularisiert worden und aller Klosterbesitz ging in weltliche Hände über. Die Zellen des Kartäuser­klosters Valldemossa wurden als
Sommerwohnungen verkauft und an Touris­ten vermietet, so auch an Chopin und George Sand. Das Andenken an den Komponisten wird durch tägliche 15-minütige Konzerte gewahrt. Fast neben jeder Haustür im Ort ist eine Kachel mit buntem Bild aus dem Leben der in Valldemossa 1627 geborenen Inselheiligen Catalina Tomás angebracht.
 
Dienstag, 03.03.2009: Port de Sóller - Deià
 
Der Tag begann mit einem vitaminreichen Frühstück, begleitet vom jaulenden Kaffeeautomaten. Die Buslinie 210 um 09:15 Uhr, übrigens: die Sonne schien, brachte uns nach Deià. Elisabeth, Silvia und Karl-Heinz verbrachten den Tag in Sóller. Wie geplant, trafen wir um 09:45 Uhr in Deià ein. Ein Rundgang durch den Ort führte auch zur Kirche und zum Friedhof. Deià, bekannt durch verträumte In­nenhöfe, Kunsthandwerk und
interessante Auslagen hiesiger Künstler, zeigte sich. Anschließend machten wir einen Abstecher zur Bucht und zum Hafen und dort ein Gruppenfoto vor romantischer Kulisse. Es folgte ein eineinhalb­stündiger Wanderweg durch Olivenhaine mit Blick auf das Meer und die Buchten um Deià. Leichter Nieselregen konnte uns nicht erschrecken. Um 12:45 Uhr machten wir eine Einkehr auf der Finca Son Nico. Die Pause beendeten wir um 13:45 Uhr. Gut gestärkt ging es weiter auf dem Weg Richtung Sóller und Abbiegung nach Port de Sóller, wo wir um 14:45 Uhr ankamen.
Mit dem Genießen von Kaffee und leckerem Mandelkuchen in der Bar Marina endete ein weiterer herrlicher Wandertag.
 
Mittwoch, 04.03.2009
 
Der letzte Tag und zugleich Abreisetag für elf Teilnehmer war angebrochen. Nach einem üppigen Frühstück hieß es Koffer packen und/oder zum Hafen schlendern für letzte Einkäufe oder ein letztes Erinnerungsfoto. Um die Mit­tags­zeit mussten wir Abschied nehmen. Wie ich später hörte, hat deren Heimreise gut geklappt, und alle sind wohlbehalten zu Hause angekommen. Ich blieb noch eine Woche länger – wie auch vier andere Mitstreiter – und ver­brachte eine weitere herrliche Urlaubs­woche auf dieser grandiosen Insel. Die Organisation dieser
Wanderwoche hat mir im Vorfeld einige graue Haare mehr beschert. Als aber am Schluss alle Teilnehmer begeistert waren, das Wetter ganz toll mitgespielt hatte, weder Schwund noch Unfälle zu verzeich­nen waren und die Stimmung durchweg fantastisch war, ging ich erst einmal zum Friseur und ließ mich mit Schnitt und Farbe wieder auf Vordermann bringen.
 
Watttour nach Oland und Langeneß mit Museumsbesuch

 

 

 

 

 

 

 
 
Radtour immer Donnerstagsabend
Hier ging es nach Dänemark

 

 

 

 
Klettern im Ith 8.-10.Mai 09
 
Was haben Steinpilz, Kamel und Zirkus gemeinsam ?
Alle drei gibt es im Ith .
Der Ith ist ein bis 439 m hoher Mittelgebirgszug der rund 40 km südwestlich von Hannover
und ist mit etwa 22 Kilometern Ausdehnung der längste Klippenzug Norddeutschlands.
 
 
 
 
Die Resonanz für dieses Wochenende war sehr groß und so waren wir 14 Kletterer
der Sektion Flensburg im Alter zwischen (!) 12 und 67 Jahren.
Samstag, nach dem gemeinsamen Frühstück ging es dann los in die Felsen,
die eben so schöne Namen haben wie : Steinpilz, Kamel und Zirkus .
Wir hatten verschiedenste Routen von 10m bis 30m zur Auswahl.
 
 
 
 
Einige sind in Toprope, andere im Vorstieg zu bewältigen.
Aber auch Abseilaktionen gehörten zu unserem Programm.
Am Abend gab es ein kleines Grillfest.
Mit dem schnellsten und einfachsten Nudelsalatrezept überhaupt:
500g Nudeln kochen und mit 2-3 Packungen Fleischsalat verrühren, Fertig !
 
 
 
Sonntags musste erst noch die Hütte noch gesäubert werden und ging es wieder an den Fels.
Am frühen Nachmittag ging es ab nach Hause (4Std. Fahrzeit)
Es hat Allen sehr gut gefallen und es wird mit Sicherheit eine Wiederholung geben !
 

 

 

Günter fehlt noch auf dem Bild !
 
 
 
 
 
Klettern, klettern und nochmals klettern…
 
Vier ratslose Kletterfiguren, zwei von jeder Sorte, kamen aus allen Himmelsrichtungen zusammen.
 
Der gemeinsame Tenor dieser vier Geschöpfe war es, wie der Titel schon verrät, gemeinsam zu klettern. Nicht einfach mal eben eine Halle aufsuchen, nein vielmehr in der freien Natur, richtige Felsen erleben, den Duft der weiten Welt einatmen und nachts ein wenig von Luis Trenker und  den Huberbuam träumen.
 
Also begaben sich die Mädels an die Planung der Operation Klettern.
 
Es wurde viel gemailt, telefoniert und sich beim abendlichen Bier mit Kletterführern, Kartenmaterial und Wettervorhersagen beschäftigt.
 
Nach einem ausführlichen Hin und Her der Vier, entschied man sich auf Grund der noch frühen Jahreszeit für Arco, Trento/ Norditalien am Gardasee.
 
Schnell war, direkt in Arco, ein Appartement gemietet und Donnerstagabend 22:00 Uhr ging es endlich los.
 
Der Waagen so voll mit Gepäck, als wollten sie  nicht 3Tage sondern 3Wochen bleiben. Frauen brauchen in der Tat immer etwas mehr Stauraum.
 
In Weiser Voraussicht hatte ihr Ernst deswegen auch eine Dachbox fürs Auto gemietet. An dieser Stelle, ein herzliches Danke.
 
Die Nachtfahrt gestaltete sich durch einen rotierenden Fahrerwechsel und einigen Kaffeepausen, man sagt auch Pinkelpausen im Volksmund, sehr entspannt. Auf Kommando konnte geschlafen werden und auf Knopfdruck wurde sich wieder hinters Steuer geklemmt.
 
Jeder von ihnen hatte nur noch das große K im Blick.
 
Um halb Neun Uhr waren sie dann in ihrem Hotel und haben eingecheckt.
 
Die Felsen lagen nun in einem herrlichen Panoramablick vor ihnen.
 
 
 
 
Der nächste Tag, frisch, ausgeruht und voller Tatendrang, nach einem ausgedehnten Frühstück machten sich die vier  Kletterfreunde auf den Weg.
 
Der Aufstieg zum Bergfuß war leise und entspannt, jeder von ihnen in Gedanken und Konzentration versunken.
 
Doch dieser Tag sollte ihr Leben verändern, denn es kam alles anders.
 
Nach kurzer Pause stiegen sie nacheinander in die Trento eine 5+ ein. Die ersten zwei Seillänger waren schnell durchgestiegen, doch dann begann das Martyrium, welches sie später zum Abbruch zwang. Ihr Vorsteiger war definitiv zu kurz.
 
Doch auch der zweite Vorsteiger Detlef, mit einer beachtlichen Körpergröße von 190 cm konnte den nächsten Bohrhaken nur mit dem Körpereinsatz von Ernst erreichen. Es wurde gedrückt, geschoben und zu guter Letzt wurde der Pohuber, ein neu eingeführter, Stützgriff beim Klettern, eingesetzt.
 
Während die zwei Männer unter schwersten Bedingungen mit der Rettung des Materials beschäftigt waren, beobachteten die Damen mit Sorgfalt den Himmelskörper, welcher sich bedrohlich zuzog.
 
Nach und nach kühlten die Körper der zarten Geschöpfe immer mehr aus. Auch der Angstschweiß, welcher von Oben herab tropfte, wärmte sie nicht im Geringsten. Die Kälte und die zunehmende Dunkelheit veranlasste sie schließlich das Kommando zur Umkehr zu geben.
 
Traurige Gesichter schauten sich an, kleine kaum wahrnehmbare Tränen liefen aus ihren Augenwinkeln und tropften auf den kalten Fels, doch die Vernunft war stärker denn je und es gab keinen Widerspruch zur Umkehr.
 
Stillschweigend seilten die vier Freunde sich ab und begannen einen wortlosen Abstieg. Jeder von ihnen musste mit dieser Niederlage erst einmal fertig werden.
 
Es war gut so, wie es beschlossen wurde und schnell waren die trüben Gedanken fort gewandert.
 
Unten am Auto angekommen wurde schon wieder fröhlich gelacht und über die abendliche Nahrungsbeschaffungsmaßnahme diskutiert.
 
Alle freuten sich nun auf ein kühles klares Bier und einer scharfen Pizza ganz nach Klettermanier, also total verdreckt einzunehmen.
 
Am Abend wurde Revue passiert und Neues für den kommenden Tag besprochen.
 
 

 
 
 
Das Wasser triefte aus ihren Mündern. Doch nun locker bleiben hieß es und sich erst einmal von einer anstrengenden Nacht erholen.
 
In Mitten von Arco, in einem netten Café nahmen die Kletterfreunde ein reichhaltiges  Frühstück zu sich und probierten anschließend ihr Bettenlager aus.
 
Eigentlich wollten sie es ausgewürfelt haben, wer wo schläft, jedoch hatte die männlich Partei ein Nachsehen und überließ den Mädels die komfortablere Variante, das Schlafgemachs
 
Die Zeit rückte vor und Klettertrulla Kirschstein hatte nun keine Ruhe mehr, somit halte um 13:00 Uhr ein Reise, Reiseruf durch das Appartement. Schnell noch ein paar Exen sortiert und ab an den Berg.
 
Michaela, die Trulla mit der Verantwortung hatte die Vier an die Sonnenplatten geführt. Mit schwerem Gepäck auf dem Rücken begann nun ein anstrengender Aufstieg an den Bergfuß. Doch all das war vergessen als die kleine Gesellschaft nun endlich ihre erste Route im Visier hatte.
 
Am ersten Tag sollte es die 6 Seillängenroute Parallelo im 4ten Grad werden. Herrlichster Sonnenschein begleitete ihre Klettertour.
 
Vier Stunden genossen sie nur ihren Höhenrausch, dann war das Ziel erreicht. Sichtlich von der letzten Nacht erschöpft begann nun ein strapaziöser Abstieg durch Geröllfelder, aber auch dies ließ den Bund zwischen ihnen nicht reißen.
 
Die schweren Rucksäcke wurden neu verteilt und nun machten sie sich mit beginnender Dunkelheit auf den Heimweg.
 
Direkt, ohne Umwege, verschwitzt und schmutzig, wie sie waren wurde die nächst gelegene Pizzeria aufgesucht. Dies hatten sie sich nun wirklich hart erkämpft.
 
Beim Abendessen, Wein und Bier wurden natürlich schon Pläne für den nächsten Tag geschmiedet. Gleicher Ort, jedoch eine andere Route und ein höherer Schwierigkeitsgrad sollte es werden.
 
In ihrem Appartement angekommen, wurde die heiß ersehnte Dusche genommen und nach einem kurzen Smalltalk ging es in die Falle, zu Hochdeutsch, ins Bett….
 
 

 
 
Obwohl am Vorabend alle Teller leer gegessen worden waren, bescherte, der folgende Tag, der kletterfeudigen Gruppe keinen blauen Himmel.
 
Somit entschieden sie sich, einen Klettergarten aufzusuchen.
 
Die gestrigen Strapazen waren vergessen und es wurde wieder hart geklettert, viel gelacht und die eine und andere Zigarette genossen.
 
Doch auch hier, in Nago gerieten sie an ihre Grenzen. Ihre Ängste, diese da Bohrhakenabstände hießen, mussten überwunden werden.
 
Mit vereinten Kräften, der gemeinsame Einsatz von Willensstärke und Zusammenhalt der Vier machte ihnen beinahe Alles möglich.
 
Dieser Tag war für alle ein voller Erfolg und darauf sollte nun mit Würde angestoßen werden. Zur Feier des Tages nahm man eine Dusche, machte sich hübsch und besuchte in adretter Kleidung ein Restaurant, namens Pizzeria…
 
 
Der letzte Morgen, 5:00 Uhr morgens, wieder erhalte das nun schon berühmt berüchtigte Reise, Reise durch das Appartement.
 
Aufbruchstimmung, müde Gesichter und ein wenig Wehmut lag in ihrem Blick.
 
Jetzt bloß nicht zurück schauen, das würde Tränen kosten.
 
Also packten sie es an…, das viele schwere Gepäck!
 
Das Steuer auf der Rückfahrt teilten sich Ernst und Kirsten.
 
Michaela hatte ein neues Spielzeug entdeckt, das Navigationsgerät, welches ihr die Rückfahrt versüßte. Sie entlockte diesem Ding doch tatsächlich interessanteste Anwendungen. Detlef war dem Dösen verfallen und träumte noch vom Fels.
 
 
In Köln angekommen, verstreuten sie sich wieder in alle Himmelsrichtungen, als wenn nie etwas gewesen wäre…Sollten sich ihre Spuren hier verlieren?
 
Nein, in Gedanken sind die Vier schon wieder unterwegs zur nächsten Wand.
 
Kirsten Landshöft
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