Kai Vermehren

4. Juni 2017 um 13:32 Uhr da war doch was? Richtig die verflixten zwei Minuten, um die ich meine angestrebte Zielzeit beim Flensburg Marathon verpasst hatte …

Nach einer Sommerpause im letzten Jahr in den Dolomiten war mein Frust darüber verflogen, und ich lenkte meine Aufmerksamkeit wieder auf das Laufen. Beim DAV-Lauftreff dienstags nachmittags war die gelungene Marathonveranstaltung natürlich das Thema Nummer eins. So kam es dann im Herbst zu meinem Entschluss, auch im Jahr 2018 wieder an diesem Lauf teilzunehmen. Da es bis dahin noch viel Zeit war, liefen die Vorbereitungen eher schleppend an. Auch sollte die Familie nicht hinter dem Lauftraining zurückstecken müssen, so dass zu Weihnachten das gesteckte Trainingsziel weit verfehlt war. Andererseits war das Seminar von Dr. Matthias Marquard, dem „Laufpapst“, im Winter in Flensburg recht hilfreich. Eine kleine Ernährungsumstellung danach ließ das Laufen deutlich leichter erscheinen. Der diesjährige relativ intensive Winter förderte meine Vorbereitungsaktivitäten auch nicht, und kaum ein langer Vorbereitungslauf endete mit dem gewünschten Ergebnis, so dass bei mir zu Ostern diesen Jahres ernste Zweifel aufkamen, ob ich überhaupt an dem Lauf teilnehmen sollte.

Das aufkommende Frühlingswetter ließ jedoch dann mein Läuferherz höher schlagen. Die Trainingsläufe wurden geordneter, und das wöchentliche Laufpensum erreichte regelmäßig die notwendige Strecke von 50 Kilometern. Anfang Mai fuhr meine Familie mit mir für zwei Wochen in das Elbsandsteingebirge, um dort die Gegend zusammen mit der Familie bei Tagesausflügen zu erkunden. Für mich wurde diese Zeit zum harten Trainingslager. Während der Rest sich morgens bei bestem Frühlingswetter in der Sonne in Ruhe auf das Frühstück vorbereitete, lief ich jeden Tag an die Elbe runter, um dort mein morgendliches Laufpensum von 12 bis 20 Kilometern zu absolvieren. Nach dem Frühstück kamen dann noch die Wander-, Kletter- oder Mountainbike-Touren auf mich zu. An Schlaflosigkeit litt ich in dieser Zeit jedenfalls nicht. Die nachfolgenden langen Trainingsläufe an der Flensburger Förde und im Angelner „Hochgebirge“ fielen mir dann aber deutlich leichter. Trotzdem blieb das Gefühl, sich schlechter vorbereitet zu haben als letztes Jahr. Auch machte mir die warme Witterung mit Temperaturen um die 25 Grad nicht gerade Mut.

Und dann kam mit dem 10. Juni 2018 der Tag der Wahrheit. Es sollte der zweite Flensburg liebt dich-Marathon in Angriff genommen werden. In der Nacht vorher hatte ich nicht wirklich gut geschlafen. Der Tag begann dann morgens schon um sechs Uhr mit dem Weckerklingeln. Das ist eigentlich überhaupt keine geliebte Aufstehzeit von mir. Trotzdem gab es erstmal ein „Dr. Marquard Spezialfrühstück“, und die individuelle Streckenverpflegung wurde vorbereitet. Die Mädels der Familie machten sich mit ihren grünen Helfershirts auf zum Nordertor. Dort baute unter Rosis Leitung gerade der DAV Flensburg seinen Versorgungstand auf.

Für mich ging es morgens gemeinsam mit Lasse – der den Halbmarathon laufen wollte – per Fahrrad zum Nordertor. Nach der Begrüßung der anderen Sektionsmitglieder deponierte ich dort meine vorbereitete Verpflegung, und wir machten uns auf in Richtung Holmnixe zum Start. Dort angekommen, klebte mir das T-Shirt bereits am Rücken fest, so hoch war die Luftfeuchtigkeit. Wie sollte das nur noch im Laufe des Tages werden?

Mit dem festen Vorsatz, meine auf den Arm geschriebene Marschtabelle einzuhalten, startete ich pünktlich um neun Uhr zu meinem neuen Marathonabenteuer. Ich ordnete mich hinter den pacemakern für die Zeit 04:29 Stunden ein und trabte mit dem mir vorgegebenen Tempo los. Doch bereits nach wenigen Kilometern stellte ich feste, dass ich einen anderen Laufrhythmus hatte und fing an, mein eigenes Tempo zu laufen. Nun musste ich allein aufpassen, dass ich dieses Tempo einhielt. Das war mir letztes Jahr nicht gelungen. Auch hatte ich Angst, dass mir auf der letzten Runde in der Marineschule wieder die Knie schmerzen würden. Diszipliniert hielt ich mein Tempo ein und schonte mich beim Bergablaufen. Das zahlte sich in der letzten Runde aus. Diese konnte ich, ohne dass es zu Einbrüchen kam, gut zu Ende laufen. Ebenso spielte das Wetter mit. Es gab zwar die eine oder andere kleine Regenschauer, aber die Temperaturen blieben in einem angenehmen Bereich und die Luftfeuchtigkeit ging zurück. Also ideale Bedingungen zum Laufen.

An der Strecke standen dieses mal mehr Zuschauer als im letzten Jahr und sorgten für eine tolle Atmosphäre. Vielen Dank an alle Freunde, Bekannte und auch Unbekannte, Arbeitskollegen und DAV-Mitglieder, die mich an diesem Tage an der Strecke anspornten. Auch putschte einen die Samba-Band mit ihren mitreißenden Rhythmen beim Laufen ordentlich auf. Die Verpflegungsaufnahme auch der eigenen Zusatzverpflegung am Nordertor hätte nicht besser verlaufen können. Unser Holger heizte dort die Stimmung mit Musik ein und kommentierte jeden Läufer, der das Tor passierte, individuell. Vielen lieben Dank an alle Helfer, die dort ihre kostbare Freizeit den Marathonläufern zur Verfügung gestellt haben.

Der Lauf war auch dieses Jahr wieder eine rundum gelungene Veranstaltung, bei der alle Läufer sowohl auf der Marathonstrecke als auch auf der Halbmarathondistanz und bei den Staffelläufen voll auf ihre Kosten kamen. An dieser Stelle möchte ich allen Helferinnen und Helfern und insbesondere unserem Stefan danken, die zu dem Gelingen dieses sportlichen Großereignisses beigetragen haben. Hoffentlich bleibt der nördlichste Stadtmarathon Deutschlands der Stadt Flensburg noch lange erhalten.

Ach ja, beinahe hätte ich es vergessen: Dieses Jahr gab es keine verflixten zwei Minuten. Mein Lauf endet „planmäßig“ im Ziel nach vier Stunden und 25 Minuten.


Rosi Gerlich:

Alpenvereinswertung

Auch beim 2. Flensburg liebt dich Marathon am 10.06.2018 wurde wieder eine Alpenvereinswertung durchgeführt. Dafür haben sich neben acht Läuferinnen und Läufern von der Sektion Flensburg noch sechs Athletinnen und Athleten von den Sektionen Berlin, Hamburg und Niederelbe, Hannover, Hildesheim, Kiel und Lübeck angemeldet. Elf Teilnehmende gingen bei der Halbmarathondistanz an den Start und drei in der vollen Distanz.

In der Marathonwertung siegte Phillip Windmüller von der Sektion Hildesheim knapp vor Kai Vermehren von unserer Sektion, auf dem dritten Platz landete Patrick Hussel aus Hannover. Bei den Halbmarathonis belegten unsere Läufer Torben Karges und Niklas Heitmann die ersten beiden Plätze, der dritte Platz ging an Matthias Petzold von der Sektion Berlin knapp vor Armin Jeß, wiederum ein Mitglied unserer Sektion. Ida Riedel belegte trotz Erkältung den neunten Platz knapp hinter Melanie Schneider, ebenfalls von der Sektion Flensburg.

Was sagt mir das? Die Sektion Flensburg des Deutschen Alpenvereins hat eine erfolgreiche Laufgruppe!