Achttägige Wanderreise vom 25.05. bis 01.06.2019

Wolfram und Ina Kühnelt: Anreise und 1. Etappe Stühlingen – Blumberg

Um sechs Uhr morgens in der Früh treffen sich 12 mutige Wanderinnnen und Wanderer auf dem Flensburger Bahnhof, um das etwas eigentümlich klingende Vorhaben Schluchtensteig im südlichen Schwarzwald anzugehen. Kühl und düster, feucht und felsig, geröllig und steil oder gar gemütlich und heiter? Jeder hat so seine inneren Bilder. Nur Rosi weiß wohl genauer, was auf uns zukommen wird. Sie führt uns in ihre frühere Heimat, hat alles sorgfältig vorbereitet und  betreut uns von nun an. Die Reise verläuft insgesamt reibungslos von Hamburg über Frankfurt und Mannheim nach Basel, wobei man bei der DB immer mit Überraschungen rechnen muss, wie der Ausfall von Sitzplatzreservierungen. Von Basel geht es weiter mit einem Regionalzug direkt am Rhein und an der Schweizer Grenze entlang. Ein landschaftlich besonders schöner Abschnitt mit einem von mehreren Stauwerken gebändigten mächtigen, trägen Strom. Insgesamt also quer durch die ganze Republik, interessant. Die letzten Kilometer dann im Taxi von Tiengen nach Stühlingen (336 m ü.N.N.) schon entlang unseres Schicksalflusses Wutach, wo Jutta und Peter, die Vorhut, uns herzlich in die Arme nehmen.

Nach einer erholsamen Nacht in einem schlichte Hotel eines aufgeräumten und freundlichen Städtchens und dem obligaten Startfotos erreichen wir problemlos die Talaue der Wutach, die von Bergen umrahmt wird. Das Besondere, durch das wuchernde Ufergrün sehen wir den Fluss zuerst gar nicht, hören ihn aber in den verschiedensten Tönen plätschern, rauschen, säuseln, sprudeln oder gurgeln. An beiden Seiten des durch die vorangegangenen Regentage aufgeweichten, sehr matschigen Pfades leuchten uns Frühlingsblumen in bunten Farben an. Eine eindrucksvolle, sonnige Sinfonie aus Tönen und Farben. Danach ein kurzer Abstecher von der Länge einer schwankenden Wutachbrücke in die Schweiz gleich am jenseitigen Ufer und wieder zurück.

Der Wanderweg steigt nun parallel der Wutach in einem lichtgrünen Waldhang bergan. Zur Überraschung hören wir ein Pfeifen und Läuten unten im Tal. Es ist, wie wir uns bei der nächsten Pause an einem kleinen, historischen Bahnhof überzeugen können, die Wutachtal-museumsbahn, im Volksmund ‚ Sauschwänzlebahn‘ genannt. Nun erwartet uns , erhofft oder befürchte, ein grandioses Naturerlebnis auf dem gegenüberliegenden Talhang. Der meist schmale, ungesicherte, oft rutschige Pfad führt uns an felsigen Steilwänden und bis zu 100m hohen Felstürmen sowie riesigen Blocksteinen aus hellem, meist grün übermoosten Kalkgestein  entlang. Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind jetzt gefragt. Diese aufregende Passage wird schließlich abgelöst von einem offenen, hellen Landschaftsbild, von grünen Wiesen und bestellten Feldern, das wir zügig durchwandern , um den gegenüberliegen Anstieg auf den Buchberg in Angriff zu nehmen, der sich, wie wir bald feststellen, aus mehreren heftigen Steilstrecken besteht. Unsere Kräfte am späten Nachmittag des ersten Tages gehen spürbar zu Ende. Doch der Rastplatz auf dem Buchberg in 880m Höhe entschädigt uns mit einem Weitblick zum Feldberg und den vermuteten Alpen. Nach einem weiteren energie-zehrenden rutschigen Abstieg erreichen wir nach den ersten 20km von insgesamt 119 km unser Hotel Hirschen in Blumberg (703 m ü. N.N.), das uns mit Speis und Trank vom Besten bewirtet.

Ingrid Giersdorf: 2. Etappe: Blumberg – Schattenmühle: Durch die wilde Wutachschlucht

Nach der 1. Etappe wissen wir, was uns heute „blüht“, und zwar nicht nur auf den wunderschönen vielfarbigen Blumenwiesen. Gleich zu Anfang des Wandereinstiegs geht es steil bergab zur Schleifen­bachklamm, wo wir eine senkrechte 8-m-Leiter herabsteigen. Noch mehr beeindruckt uns der Schleifen­bach, der in mehreren bis zu 20 m hohen Stufen vom Felsen stürzt. Der Fitness-Aufstieg auf der anderen Seite ist nicht minder steil und rutschig. Man erkennt noch einige Finger­abdrücke im Matsch und viele Stöcke sind kräftig im Einsatz.

Es geht durch das hübsche Dörfchen Achdorf mit dem schönen historischen Gasthof Scheffellinde. Auf dem Weg besuchen wir das „Tibethaus“. Für eine kleine Spende stehen in einer alten Scheune und im gemütlichen Garten Getränke, Obst und Müsliriegel zur Ver­fügung. Mit dem Spar­schwein-Obolus unterstützen die Besitzer seit vielen Jahren Projekte in Tibet. Die Sektion Flensburg bedankt sich mit einem Eintrag ins Gästebuch.

Hinter dem kleinen Ort Aselfingen beginnt der Einstieg zur einzigartigen, wilden Wutach­schlucht. Sie entstand in nur 20.000 Jahren während der letzten Eiszeit, als das Gletscher­wasser aufgrund des starken Gefälles und der Korrosion die heutige tiefe Schlucht formte. Ständig hören wir die tosenden Wasserläufe, wandern an moosigen Felsblöcken und verrottenden Baumstämmen vorbei, überspringen quer laufende Wasserrinnen – diese ur­tümliche Landschaft nimmt uns alle gefangen.

Die „Wütende Ach“ prallt mit großer Wucht an hohe Felswände und die Schlucht wird immer wilder und feuchter. Die schmalen Wegbänder liegen oft direkt am gurgelnden Wasserrand, Galerien sind streckenweise seil­versichert, so dass man die überhängenden Felsflanken bewältigen kann. Es geht ständig rauf und runter, gerade Strecken haben Seltenheitswert. Die 70 m steil abfallenden Amselfelsen sind sehr beein­druckend und aus respektvollem Abstand blicken wir in die Tiefe.

Nach dem schmalen, steinigen Abstieg führt der Weg durch hohe Pestwurzpflanzen, die gerade in voller Blüte stehen. Hier knabbert gerne der Faulrüsslerkäfer die Löcher in die großen Blätter und auch die Haarschnecke verschmäht sie nicht. Gehofft haben wir auf die Begegnung mit einem Eisvogel, aber der war wohl anderweitig unterwegs. Dafür sind andere Vögel sehr aktiv – welch ein Singen, Musizieren. Dass das am Weg liegende Bad Boll ehemals ein prächtiger Kurort mit Gondeln und beleuchte­tem Wasserfall war, ist heute nicht mehr erkennbar.

Der letzte schmale Wegabschnitt zur Schattenmühle auf der nördlichen Seite der Schlucht wird nun etwas trockener, dafür muss man aber sehr auf starke Verwurzelungen achten, die auch sehr gleitfreudig sind.

Einstimmiges Fazit am Tagesende: eine unglaublich beeindruckende, herausfordernde und erlebnis­reiche Wanderung. Wir freuen uns alle auf ein kaltes Getränk, eine Dusche und ein leckeres Abendessen in Vorfreude auf die nächste Etappe.

Rosemarie Döge: 3. Etappe Schattenmühle – Oberfischbach

Bei leichtem Regen beginnt unsere dritte Etappe des Schluchtensteigs. Direkt an der Schattenmühle überquert der Schluchtensteig die Straße von Löffingen nach Bonndorf. Eine steile Treppe führt hinauf auf einen sanft ansteigenden Forstweg. Oben erwarten uns Wiesen und Felder, und die Landschaft zeigt ihre schöne Seite. Im angrenzenden Bergwald hat sich die Natur nach den schweren Schäden, die Sturm Lothar 1999 angerichtet hatte, die Flächen nach und nach zurückerobert.

Der Weg führt nun zurück zur Schlucht. Das Rauschen der Wutach ist wieder zu hören und bald erreichen wir das „Räuberschlössle“ auf einem 80 Meter hohen Felsen. Hier stehen wir – direkt über einem der wildesten und eindrucksvollsten Schluchtenabschnitte – und schauen hinab in die Tiefe, auf die wilde, rauschende Wutach. Im 14. Jahrhundert stand hier die Burg Neu-Blumegg. Sie wurde im Bauernkrieg zerstört und diente dann als Unterschlupf für allerlei „Gesindel“, daher der Name „Räuberschlössle“. Reste der Burg bzw. vom Räuberschlössle sind nicht mehr zu sehen.

Im steilen Hang schlängelt sich der Steig nun weiter um Felsen und flechtenbewachsene Fichten zur Stallegger Brücke. Die überdachte Holzbrücke wurde erstmals im 15. Jahrhundert errichtet und war ein wichtiger Übergang für Kaufleute und Händler. Die heutige Konstruktion stammt aus dem Jahre 1852. Im Stalleger Wald stehen mächtige Weißtannen, und wir bewundern die „Stalleger Tanne“, die über 250 Jahre alt und fast 50 Meter hoch ist. Nur wenige Meter weiter steht eines der ältesten Flusskraftwerke Deutschlands, das Elektrizitätswerk Stalleg, das auch heute noch Strom liefert.

Weiter geht es zur Rötenbachmündung, ein idyllisches Plätzchen. Ein mächtiger Bergahorn reckt seine ausladenden Äste weit über das Wasser, und die Sonnenstrahlen lassen die noch zarten Blätter in den schönsten Grüntönen erscheinen – ein herrlicher Anblick. Bis zur Haslachmündung führt unser Weg nun am nördlichen Hang entlang. Über Wurzeln und Steine wandern wir mal direkt am Wasser, mal 30 Meter oberhalb. Wo sich die Haslachmündung und die „Gutach“ vereinen, wird die „Gute Ach“ zur „Wütenden Ach“. Ein hoher Steg führt ein letztes Mal über die Wutach, dann wendet sich der Weg der Haslachklamm zu. Es geht hinauf über den imposanten Rechenfelsen zum Hölllochfelsen.

Parallel zur ehemaligen Bahntrasse führt der Schluchtensteig weiter Richtung Lenzkirch. Wir erreichen Lenzkirch und steuern das wunderbare „Café Wiest“ an. Eine freundliche und kompetente Bedienung erfüllt unsere Wünsche. Trotz der sehr vielen Gäste, die kommen und gehen, verliert die gute Frau nie die Ruhe und ihre freundliche Art beeindruckt uns alle. Hier treffen wir auch wieder die fünf Wanderfrauen aus Dortmund und die beiden Wanderfrauen mit ihren 3 kleinen Hunden. Immer wieder begegnen wir uns auf dem Schluchtensteig und in unseren Hotels. Jedes Mal gibt’s ein großes Hallo. Gut gestärkt machen wir uns auf den Weg nach Oberfischbach. In Lenzkirch steigt der Weg hinauf zum Geologiepark, den die Ortsgruppe Lenzkirch des Schwarzwaldvereins angelegt hat. Es handelt sich um eine Sammlung von Graniten, Porphyren und Bunten Konglomeraten. Hinter dem Geopark führt der Weg in den dunklen Nadelwald. Nach kurzem Abstieg erreichen wir das wunderschöne Schwendetal.

Noch sind es 230 Höhenmeter bis zur Fischbacher Höhe. Auf halber Strecke liegt die Cyriakskapelle. Hier werden wir noch einmal von einem kräftigen Regenschauer erfasst. Schnell wird die Regenkleidung angelegt. Wir nehmen uns dennoch die Zeit, die kleine Kapelle zu besichtigen, deren Ursprünge bis ins 14. Jahrhundert zurückreichen. Es wartet noch einmal eine heftige Steigung auf uns. Dann haben wir die „Fischbacher Höhe“ (auf 1110 m) erreicht. Über einen breiten Weg geht es jetzt hinab nach Oberfischbach zu unserer heutigen Unterkunft, dem „Hirschen“. Hier lassen wir den erlebnisreichen und wunderschönen Wandertag bei gutem Essen ausklingen.

Jutta Erichsen: 4. Etappe Fischbach – St. Blasien

7:00 Uhr Aufstehen. Ein Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes: Nebel und sehr feuchte Luft, dass bedeutet Regenkleidung zu Beginn der Wanderung. Wie immer geht es um 9:00 Uhr los. Nach einem kurzen Anstieg erreichen wir den Bildstein, (die Loreley des Schluchsees ) ein herrlicher Aussichtspunkt über dem Schluchsee. Wir genießen den Ausblick, denn der Nebel hat sich schon fast aufgelöst. Weiter geht es bergab zum See. An einer Abzweigung fehlt die Markierung, wir folgen anderen Wanderern. Im Sonnenschein folgt der Steig nun eine Weile einem bequemen Uferweg, um dann in einen langen, aber nicht steilen Anstieg hinauf zum Krummenkreuz zu führen, mit 1148 m zugleich höchster Punkt der gesamten Wandertour. Kurz darauf wird Muchenland erreicht, ein Hochtal mit einsamen Bauernhöfen. Ein wunderschöner, friedlicher Anblick.

Weiter geht es zum Weiler Blasiwald-Althütte. Auf einer Hochweide machen wir eine Trinkpause am Rande einer  Butterblumenwiese. Preiselbeer- und Heidelbeersträuchern säumen den Weg, der nun steil hinunter führt zur Windbergschlucht mit Wasserfall. Über Stock und Stein, direkt am Bachlauf,  geht es jetzt rutschig bergab und kurz darauf erreichen wir das heutige Etappenziel St. Blasien, wo wir uns bei Kaffee und Kuchen stärken für die Besichtigung des mächtigen Domes. Der Tag klingt fröhlich aus bei gutem Essen und Trinken.

Helga Neumann: 5. Etappe St. Blasien – Todtmoos

Nach einer entspannten Nacht und einem stärkenden Frühstücksbüfett im Domhotel St. Blasien macht sich unsere Gruppe um 09:00 Uhr auf den Weg nach Todtmoos, darunter – wie immer auf dieser Reise – mehrere fitte Rentner, die immer noch die Herausforderung suchen!! Wir sollten heute die fünfte Etappe des als faszinierend und teilweise spektakulär beschriebenen Schluchtensteiges weiter kennenlernen. Wie immer wird noch schnell gecheckt, ob im Tagesrucksack für alles gesorgt ist. Es liegen mindestens 20 km vor uns, und jeder Meter muss aus eigener Kraft zurückgelegt werden, d. h. zu Fuß!! Dass der Schluchtensteig kein Spaziergang, sondern eine durchaus anspruchsvolle Tour ist, haben uns die ersten vier Etappen schon gelehrt. Also: Auf geht’s!

Der Weg beginnt über den Hotzenwald und nach wenigen Metern der Anstieg auf den „Lehenkopf“, 1039 m hoch, doch gewährt er uns noch einen letzten Blick zurück auf die wunderschöne Domkuppel und das obere Albtal. Der etwas schweißtreibende Aufstieg lässt uns ein erfrischendes Wasser des „Schwandbrünneles“ zu. Der Pfad führt durch dichten, abwechslungsreichen Wald weiter aufwärts, und bald erreichen wir den Lehenkopfturm, ein Holzturm 1886 erbaut vom Verschönerungsverein St. Blasien. Von dort kann man die Kuppen des Hotzenwaldes überblicken, und es bietet uns eine Sicht auf den Feldberg im Norden und im Süden auf die Alpen. Nach einer kleinen Trink- und Energieversorgungspause geht es weiter. Der Weg taucht in eine typische offene Landschaft mit Ginster, würzigen Kräutern, Gras, Heidekraut und malerischen Almen ein. Wir pendeln so um die Höhenmarke von 1000 Metern, denn nicht immer bewegt sich der Schluchtensteig, wie der Name eigentlich sagt, in Schluchten! Bald erreichen wir den Ibacher Höhenweg, und die Belohnung bei jeder Wanderung sind magische Panoramen. Mir fiel auf dem Hochtal ein geschriebener Spruch von Mutter Theresa auf, der da lautet:

Das Leben ist eine Chance – nutze sie

Das Leben ist Schönheit – bewundere sie

Das Leben ist Seligkeit – geniesse sie

Das Leben ist ein Traum – verwirkliche ihn

Das Leben ist eine Herausforderung – stelle dich ihr

Da kommt Lebensfreude auf, oder?

Mit einer längeren Talwanderung geht es weiter, das klingt zunächst wenig aufregend, doch die Wehrer Schlucht wartet noch zum Schluss „als i-Tüpfelchen“ auf uns! Durch das Naturschutzgebiet verlässt der Schluchtensteig die Hochweiden des Hotzenwaldes, bis wir an das Ibacher Kreuz gelangen, von wo aus der Weg im Zickzack in die Hohwehraschlucht hinab führt, in der das muntere Bächlein sich hier in jahrtausenderlanger Arbeit eine tiefe, romantische Schlucht gegraben hat. Eine Schlucht, wie wir sie schon bei den ersten Etappen erlebt haben, mit feuchten Felspfaden und Wurzelwegen in urwaldähnlichen Schluchtwäldern, ein Natur-Paradies für Genusswanderer, das immer wieder mit neuen Überraschungen aufwartet. Es ist höchste Vorsicht geboten, die bergab führenden, glitschigen und schmalen Felspfade erfordern höchste Aufmerksamkeit, um nicht auszurutschen, aber wir zählen schon zu den „Geübten“! Bald erreichen wir Todtmoos, stolz und glücklich, es wieder einmal unversehrt geschafft zu haben. Das ist so wie dieser Moment, wenn du einen Gipfel erreicht hast und endlich dein „Leckerli“ auspacken darfst J und dann tief durchatmen und ankommen!!

Nachdem wir unser Hotel aufgesucht haben, trafen wir uns zum leckeren Abendessen wieder beisammen, ließen den Tag noch einmal Revue passieren und beendeten den Abend mit netten Gesprächen und einem Gläschen guten Weines, bis wir dann glücklich und zufrieden das Bett aufsuchten.

Dörte Schlünz: 6. Etappe Todtmoos – Wehr

Nach dem Frühstück läuten die Glocken der Wallfahrtskirche „Unserer Lieben Frau“ (gebaut zw. 1625 und 1632) die letzte Etappe unserer Schluchtensteigwanderung ein. Wie passend! Am Kurpark und an der Wehrawald Klinik vorbei, geht es hinauf zum Wald. Mal sind es breite Wirtschaftswege, mal schmale Pfade durch den Mischwald, ein kleines Stück Straße ist auch dabei. Hinter Todtmoos Au geht es wieder in den Wald. Irgendwann liegt die Durchgangsstraße tief unten in der Schlucht. Leider schallt der Motorenlärm die Hänge hinauf und übertönt das Rauschen der Wehra und den Vogelgesang. Die Wege werden dann wieder schmaler, wir erreichen fast alpine Höhen und müssen um Felsen herumwandern. Am Hirschfelsen gibt es sogar eine Seilsicherung.

So macht das Wandern Spaß.

Nach der Mittagsrast an einer verlassenen Hütte wandern wir wenig später einen schmalen Pfad hinab, direkt an dem fröhlich sprudelnden Bach am Hagenmattgraben entlang zur Steinernen Brücke (über die Wehra) an der Durchgangsstraße. Als Stephanie und ich dort ankommen, ist von unserer Gruppe niemand mehr zu sehen. Da haben wir wohl zu lange fotografiert und gebummelt. Auf dem Schluchtensteig kann man sich (eigentlich) nicht verlaufen. Schnell finden wir den schmalen Einstieg in das absolute „Sahnestück“ dieser Etappe. Es geht stetig bergauf, ein gewundener, schmaler Pfad, und hoch über der Schlucht gelangen wir mal wieder in einen sogenannten Bannwald (Totalreservat und Freilandlaboratorium für die Wissenschaft). Hier bleibt die Natur sich selbst überlassen. Wir genießen die „Einsamkeit“ in dieser Wildnis und stoßen später wieder auf unsere Wanderfreunde.

Am „Kohlplatz“ (Nähe MettIeihütte) könnte man bei guter Sicht mal wieder die Alpen sehen, aber der Blick über das weite Tal ist auch schön. Nun geht es stetig bergab, kleine Brücken über Bachläufe und kleine Wasserfälle werden passiert. Wir gelangen auf einen breiten Forstweg und schaffen es dann doch noch, uns zu verlaufen. Die Markierung ist eigentlich ok, dennoch irritierend. Eine Allein-Wanderin kommt uns entgegen und klärt uns auf. So gelangen wir wieder auf den richtigen Weg. Dann taucht der Wehrastausee auf. Die Staumauer wird überquert und bald ist unser Hotel „Klosterhof“ in Sicht. Raus aus der Schlucht haben die „smarten“ phones nun endlich wieder dauerhaft Netz. Die Welt hat uns wieder.

Der Schluchtensteig endet zwar offiziell erst beim Busbahnhof in Wehr, aber wir sind alle glücklich und zufrieden, dass die gesamte Gruppe gesund und noch recht munter auch die letzte Etappe gut bewältigt hat. Einige gönnen sich sofort ein kühles Getränk, bei Sonne und 25 Grad im Schatten eine gute Idee. Das vom Hotel aus zugängige Freibad öffnet leider erst am nächsten Tag. Schade!

Gegen 18:30 Uhr, frisch und wieder richtig munter, stoßen wir mit Sekt auf die gelungene Tour an. Es gibt Urkunden und Anhänger. Das wirklich leckere Essen haben wir uns verdient. Wolfram dankt Rosi im Namen aller für diese tolle Tour und übergibt eine kleine Anerkennung. Der Abend endet stimmungsvoll im Licht der untergehenden Sonne mit gemeinsamem Gesang. Wolfram verteilt Liedtexte. Somit sind wir zumindest textsicher.

Danke an alle für die angenehme Gesellschaft.

Danke Rosi für Deine Idee mit dem Schluchtensteig und Deinen Esprit.